Ich sitz wieder an den Noten. Zum Erscheinen der CD möchten und werden wir pünktlich das dazugehörige Songbuch herausgeben, und da fängt der Vernünftige rechtzeitig an zu arbeiten.
Der Bus ist dafür der richtige Platz, und die Strecke Leipzig-Köln ist perfekt. Vielleicht werde ich nicht ein solches Glück haben wie auf der Hinreise nach Chemnitz, als wir wegen diversen Staus sieben geschlagene Stunden im Wagen saßen und ich deswegen mehr Zeit zur Verfügung hatte als in meinen kühnsten Träumen gewünscht, aber immerhin: fünf werden es werden, da kann man schon mal die Hauptstimme von „Being Reinhard Mey“ zu Papier, also Bildschirm, bringen.
Diese hat es nämlich in sich. Thomas singt, um das Reinhard-Mey-Feeling gut rüber zu bringen, einen dermaßen verhakelt verwursteten Rhythmus, dass ich mich beim Versuch der Notation schon in lauter Bindebögen verheddere. Fies ist das.
Aber wenig ist zu anstrengend, um euch stolz wie Oskar das neue Buch präsentieren zu können. Viele Songs sind ja auch schon von Oliver Gies arrangiert und ausnotiert, an denen ist nicht mehr viel zu machen. Übrigens wird die CD komplett, ausschließlich und hundertprozentig a cappella sein, ihr werdet also alles singen können, ohne euch vorher Flügel und Orchester bestellen zu müssen.
Ich verabschiede mich jetzt mal und setze mich an die nächsten Sechzehntelpausen, die halten auch nicht ewig.
Dienstag, 6. Oktober 2009
Wir kommen
Ich bin froh, dass ich damit gewartet habe, zu schreiben. Anstatt an dieser Stelle meine Meinung zum Entstehen dieser ungewöhnlichen Situation kund zu tun, kann ich mich jetzt darauf beschränken, von dem außerordentlichen schönen Konzert in Magdeburg zu erzählen.
Wir haben, nachdem die Absage aller vier Konzerte unumstößlich feststand, stundenlang zusammengesessen und uns überlegt, wie man reagiert und wie man es vermeidet, unser Publikum vor den Kopf zu stoßen. Wir haben uns dazu entschieden, einfach trotzdem nach Magdeburg zu fahren. Das war eine riskante Sache, weil der Veranstalter bereits über das Ticketsystem Absage-Emails hatte verschicken lassen. Wir ahnten also nicht, wer noch auf unsere Website gegangen war, um sich darüber zu informieren, was wirklich passierte.
Um viertel nach sieben, eine Dreiviertelstunde vor Konzertbeginn, waren erst vier Gäste da, uns schwante Übles. Doch immer mehr Leute kamen, und um viertel vor acht mussten wir Stühle dazu stellen. Es war eine ungewohnte Erfahrung, sich über jeden einzelnen Besucher so zu freuen – ansonsten nehmen wir das Publikum eher pauschal und als Menge wahr, das wir von der Bühne aus als einheitlichen Block sehen. Jetzt war es wie früher, als wir in Köln in den kleinsten Läden spielten, nervös in den Zuschauerraum lugten und ungläubig das Kommen jeder einzelnen Person bestaunten, die kamen, um tatsächlich uns zu sehen.
Das Konzert war toll, alle genossen die außergewöhnliche Atmosphäre. Das Publikum war dankbar, dass wir erschienen waren und auch noch umsonst spielten; wir waren unsererseits glücklich, dass das Publikum trotz all des Brassels gekommen war.
Wir freuen uns auf ähnliche Erlebnisse in zwei Wochen, wenn wir nach Sachsen fahren (ob nun zu zwei oder drei Konzerten, muss sich noch zeigen) – also sagt allen Bescheid. Wir kommen!
Wir haben, nachdem die Absage aller vier Konzerte unumstößlich feststand, stundenlang zusammengesessen und uns überlegt, wie man reagiert und wie man es vermeidet, unser Publikum vor den Kopf zu stoßen. Wir haben uns dazu entschieden, einfach trotzdem nach Magdeburg zu fahren. Das war eine riskante Sache, weil der Veranstalter bereits über das Ticketsystem Absage-Emails hatte verschicken lassen. Wir ahnten also nicht, wer noch auf unsere Website gegangen war, um sich darüber zu informieren, was wirklich passierte.
Um viertel nach sieben, eine Dreiviertelstunde vor Konzertbeginn, waren erst vier Gäste da, uns schwante Übles. Doch immer mehr Leute kamen, und um viertel vor acht mussten wir Stühle dazu stellen. Es war eine ungewohnte Erfahrung, sich über jeden einzelnen Besucher so zu freuen – ansonsten nehmen wir das Publikum eher pauschal und als Menge wahr, das wir von der Bühne aus als einheitlichen Block sehen. Jetzt war es wie früher, als wir in Köln in den kleinsten Läden spielten, nervös in den Zuschauerraum lugten und ungläubig das Kommen jeder einzelnen Person bestaunten, die kamen, um tatsächlich uns zu sehen.
Das Konzert war toll, alle genossen die außergewöhnliche Atmosphäre. Das Publikum war dankbar, dass wir erschienen waren und auch noch umsonst spielten; wir waren unsererseits glücklich, dass das Publikum trotz all des Brassels gekommen war.
Wir freuen uns auf ähnliche Erlebnisse in zwei Wochen, wenn wir nach Sachsen fahren (ob nun zu zwei oder drei Konzerten, muss sich noch zeigen) – also sagt allen Bescheid. Wir kommen!
Freitag, 2. Oktober 2009
Zeitreise
René erfreut uns zur Zeit mit einem hohen Maß an Tapferkeit. Er hat sich letzte Woche alle vier Weisheitszähne auf einmal heraus operieren lassen und stand schon kurz darauf wieder auf der Bühne. Klar gehen manche Dinge noch nicht, an „Choco Latte Chai“ oder „Wild thing“ ist nicht zu denken, auch die Choreographie zu „Party total“ tanzt er nur sehr reduziert (OK, das ist zugegebenermaßen eigentlich kein Unterschied zu früher). Aber alle Nebenstimmen und sogar „Like a virgin“ kriegen wir in gewohnter Qualität von ihm zu hören.
Nun sind also drei Hauptstimmen weggefallen, und wer muss sie ersetzen? Ich. Dadurch kommen auch alte Stücke wieder zum Vorschein, die ich sehr lange nicht mehr im Konzert gesungen habe. Bindungsangst haben wir gesungen und Lauch auch, und es war eine wirklich witzige Erfahrung. So witzig, dass ich im Refrain über meinen eigenen Witz lachen musste. Das soll man ja nicht tun, aber passieren tut es halt doch immer mal wieder.
Also gute Laune gestern abend in Vechta. Das Erinnerungsvermögen war allerdings nicht uneingeschränkt groß: als René mich kurz vor „Fünf“ darum bat, seine Hauptstimmenparts zu übernehmen, tat ich ihm natürlich den Gefallen, aber scheiterte dann an der dritten Strophe. „Doch du brauchst nicht allein zu gehen/Wenn du willst, dann darfst du wen mitnehmen“, sang ich und vermasselte damit die inzwischen übliche Dramaturgie des Songs. „Wen denn?“ fragte mich in der allgemeinen Verwirrung Thomas; „Dich“, blieb mir nur zu antworten. Elegant geht anders.
Aber wenn, um auf die Einleitung zurückzukommen, René sich so tapfer zeigt, kann man auf der Bühne auch mal durch ein Loch durch.

Die Kopfhörer dienen übrigens nicht dazu, sich neue Arrangements anzuhören, sondern halten das Kühltuch fest.
Nun sind also drei Hauptstimmen weggefallen, und wer muss sie ersetzen? Ich. Dadurch kommen auch alte Stücke wieder zum Vorschein, die ich sehr lange nicht mehr im Konzert gesungen habe. Bindungsangst haben wir gesungen und Lauch auch, und es war eine wirklich witzige Erfahrung. So witzig, dass ich im Refrain über meinen eigenen Witz lachen musste. Das soll man ja nicht tun, aber passieren tut es halt doch immer mal wieder.
Also gute Laune gestern abend in Vechta. Das Erinnerungsvermögen war allerdings nicht uneingeschränkt groß: als René mich kurz vor „Fünf“ darum bat, seine Hauptstimmenparts zu übernehmen, tat ich ihm natürlich den Gefallen, aber scheiterte dann an der dritten Strophe. „Doch du brauchst nicht allein zu gehen/Wenn du willst, dann darfst du wen mitnehmen“, sang ich und vermasselte damit die inzwischen übliche Dramaturgie des Songs. „Wen denn?“ fragte mich in der allgemeinen Verwirrung Thomas; „Dich“, blieb mir nur zu antworten. Elegant geht anders.
Aber wenn, um auf die Einleitung zurückzukommen, René sich so tapfer zeigt, kann man auf der Bühne auch mal durch ein Loch durch.

Die Kopfhörer dienen übrigens nicht dazu, sich neue Arrangements anzuhören, sondern halten das Kühltuch fest.
Freitag, 25. September 2009
Pokal
Wir hatten in Pulheim nicht nur ein schönes Konzert, sondern auch eine spannende Pause. Andreas hatte zur Freude aller seinen DVBT (DBVT? DTVB?) Empfänger mitgebracht und kenntnisreich installiert, so dass die Fußballfreunde unter uns das Spiel Köln-Wolfsburg verfolgen konnten. Davon ein Foto.

Einem seltsamen Zufall war es zu verdanken, dass mit dem Singen unseres letzten Tons auch die letzte Minute der regulären Spielzeit anbrach. Wir konnten also noch viereinhalb lange Minuten mitfiebern. Köln hat übrigens gewonnen.
Einem seltsamen Zufall war es zu verdanken, dass mit dem Singen unseres letzten Tons auch die letzte Minute der regulären Spielzeit anbrach. Wir konnten also noch viereinhalb lange Minuten mitfiebern. Köln hat übrigens gewonnen.
Dienstag, 15. September 2009
Volles Programm
Lange kein Konzert mehr gespielt, erst Freitag gibt es das nächste in Arnsberg. Wir sind aber nicht untätig – hier ein Überblick:
Freitag, 11.September
Nach einem wegen technischer Schwierigkeiten nicht komplett erfreulichen Termin in Bonn zur Eröffnung von Pützchens Markt geht es in großer Eile zurück nach Köln, zum Roncalliplatz vor dem Dom. BAP gibt dort sein letztes Konzert für die nächste Zeit, und wir sind mit dabei. Um acht Uhr stehen geschätzte 8.000 Menschen vor dem Dom und feiern Wolfgang Niedecken und seine Band frenetisch. Nach einer guten Stunde sind wir dran, singen Backgroundchor für die Nummer, die wir auch für „...und basta!“ schon mit Wolfgang gemacht haben, „Et ess wie et ess“. Tolles Gefühl, mit einer so knackig wie laut aufspielenden Rhythmusgruppe im Hintergrund die Menge da draußen zu rocken. Wir wollen auch eine Band! Wir genießen den Applaus und kehren zur allerletzten Nummer noch mal auf die Bühne zurück, für das letzte Lied, die sehr schöne Ballade „Schluss, aus, vorbei“.
Sonntag, 13.September
Das Senftöpfchen wird 50. Eine Kölner Institution, ein kleines Theaterchen in der Kölner Altstadt, das die Prinzipalin Alexandra Kassen über die Jahre zum berühmtesten und wichtigsten Kabarettplatz der Stadt gemacht hat. Frau Kassen ist weit über 80 und sitzt bei jedem unserer Konzerte auf ihrem Stammplatz, bevor sie uns in der Pause mit Lob und konstruktiver Kritik beehrt. Sie und ihr Senftöpfchentheater haben zig Karrieren beginnen lassen und gefördert. Dementsprechend ist die Gala zum Jubiläum, die in der Kölner Oper gefeiert wird, nicht nur ausverkauft, sondern auch Tummelplatz aller möglichen Bands und Künstler, die dem Senftöpfchen sehr viel verdanken: Die Höhner, Bläck Fööss und Paveier treten auf, Jürgen von der Lippe und Alfred Biolek, unser alter Bekannter Eckart von Hirschhausen und, und, und... Als die Pause beginnt, sind dementsprechend schon 60 Minuten überzogen. Wir singen „Spielerfrauen“, unterschreiten zum Gefallen des Publikums die uns zugedachte Zeit um etwa die Hälfte und verfolgen den Rest der Gala mit Vergnügen.
Montag, den 14.September
Probe für „So lacht NRW“ in Köln-Bocklemünd. Nachdem die Band das erste Gastspiel in der WDR-Sendung zu viert absolvieren musste, weil ich krank war, sind wir jetzt zu fünft. Das lohnt sich: wir singen gleich drei Stücke, nämlich „Choco Latte Chai“, „Flaminco“ und „Cool“. Letzteres schwatzen wir der Redaktion und dem Produzenten Axel Beyer im Austausch gegen „Lauch“ auf, das wir im Fernsehen nicht mehr unbedingt machen müssen - wenn wir die Wahl haben. Das Problem: die Sendung steht unter dem Motto „Essen und Trinken“, da passt „Lauch“ natürlich besser als „Cool“. Aber, so läuft unsere Argumentation, in „Cool“ geht es immerhin unter anderem um eine Caipirinha, zweimal gar, eigentlich kreist die Geschichte sogar darum. Gebongt.
Dienstag, den 15.September
Aufzeichnung. Wir kommen um 15 Uhr an. Bernd Stelter begrüßt uns, er hat anscheinend mehr abgenommen als ich wiege. Erstaunlich. Es gibt leider (wie immer) Verzögerung, so dass wir erst um 16.30 gebraucht werden. Die Warterei überbrücken wir mit Gummibärchen. Aber wir essen natürlich nicht nur Gelatinetierchen, wir erweitern den Speiseplan um Weingummi, saure Zungen, Colafläschchen, Twix, Bounty und Mars. Auch zwischen unseren Auftritten liegen Pausen. René hat ein Rennspiel auf seinem Eiphone installiert, ich verbessere meine Rundenzeit im Laufe des Nachmittags um 24,57 Sekunden. Um 18.30 ist die Probe schließlich beendet. Äußerst hungrig geht es zur Essensausgabe. Weil ich drittletzter in der Schlange bin, gibt es kein Fleisch mehr. Ich hasse alle. Eine halbe Stunde grolle ich, dann geht es in die Maske. Ich entscheide mich vor dem Spiegel, für „Flaminco“ auf eine Vollrasur zu verzichten und eine Art Schnäuzer stehen zu lassen. Fünf Tage haben nicht für einen spektakulären Bart sorgen können, Schminke hilft nach.
Um viertel nach acht geht es zur Bühne. Bei unserem Auftritt bin ich ausnahmsweise erster, ich habe Angst, meine Bodenmarkierung nicht zu finden und kann mich deswegen nicht entscheiden, wohin ich schauen soll – Kamera oder Linoleum. Ich meine, einen sehr unsouveränen Eindruck zu machen und ärger mich schon wieder, dieses Mal aber über mich selber. Werner singt bravourös „Cool“, danach stehen wir wie angewurzelt auf unseren Plätzen, weil in der Probe Bernd Stelter zu uns gekommen ist und seine nächste Moderation aus unserer Gruppe heraus gemacht hat. Stelter kommt aber nicht. „Basta“ ruft er und weist freundlich zu uns. Wir stehen. „Basta!“, wiederholt er und winkt. Wir wissen nicht, was wir tun sollen und bleiben stehen. Irgendwann begreifen aber auch wir das Gebot der Stunde und machen uns vom Acker.
Als zweites ist „Choco Latte Chai“ dran. Hier keine Probleme mit der Aufstellung. René kommt so sicher durch den Text wie Jürgen Hingsen durch die Bundesjugendspiele. Gratulation. Ich kann es alles noch versauen.
Auch Flaminco steht wie eine Eins. Ich habe zwar wieder keine Ahnung, wann ich in welche Kamera gucken soll, aber da liegt dann vermutlich eh der Abspann drüber. Noch ein gemeinsames Kölsch, dann geht es nach Hause. Morgen spielen wir eine Gala in Bonn, übermorgen ist wieder Fernsehen dran. Und Freitag ist es dann wieder soweit – wenn es heißt: dadndap da da wa da da...
Freitag, 11.September
Nach einem wegen technischer Schwierigkeiten nicht komplett erfreulichen Termin in Bonn zur Eröffnung von Pützchens Markt geht es in großer Eile zurück nach Köln, zum Roncalliplatz vor dem Dom. BAP gibt dort sein letztes Konzert für die nächste Zeit, und wir sind mit dabei. Um acht Uhr stehen geschätzte 8.000 Menschen vor dem Dom und feiern Wolfgang Niedecken und seine Band frenetisch. Nach einer guten Stunde sind wir dran, singen Backgroundchor für die Nummer, die wir auch für „...und basta!“ schon mit Wolfgang gemacht haben, „Et ess wie et ess“. Tolles Gefühl, mit einer so knackig wie laut aufspielenden Rhythmusgruppe im Hintergrund die Menge da draußen zu rocken. Wir wollen auch eine Band! Wir genießen den Applaus und kehren zur allerletzten Nummer noch mal auf die Bühne zurück, für das letzte Lied, die sehr schöne Ballade „Schluss, aus, vorbei“.
Sonntag, 13.September
Das Senftöpfchen wird 50. Eine Kölner Institution, ein kleines Theaterchen in der Kölner Altstadt, das die Prinzipalin Alexandra Kassen über die Jahre zum berühmtesten und wichtigsten Kabarettplatz der Stadt gemacht hat. Frau Kassen ist weit über 80 und sitzt bei jedem unserer Konzerte auf ihrem Stammplatz, bevor sie uns in der Pause mit Lob und konstruktiver Kritik beehrt. Sie und ihr Senftöpfchentheater haben zig Karrieren beginnen lassen und gefördert. Dementsprechend ist die Gala zum Jubiläum, die in der Kölner Oper gefeiert wird, nicht nur ausverkauft, sondern auch Tummelplatz aller möglichen Bands und Künstler, die dem Senftöpfchen sehr viel verdanken: Die Höhner, Bläck Fööss und Paveier treten auf, Jürgen von der Lippe und Alfred Biolek, unser alter Bekannter Eckart von Hirschhausen und, und, und... Als die Pause beginnt, sind dementsprechend schon 60 Minuten überzogen. Wir singen „Spielerfrauen“, unterschreiten zum Gefallen des Publikums die uns zugedachte Zeit um etwa die Hälfte und verfolgen den Rest der Gala mit Vergnügen.
Montag, den 14.September
Probe für „So lacht NRW“ in Köln-Bocklemünd. Nachdem die Band das erste Gastspiel in der WDR-Sendung zu viert absolvieren musste, weil ich krank war, sind wir jetzt zu fünft. Das lohnt sich: wir singen gleich drei Stücke, nämlich „Choco Latte Chai“, „Flaminco“ und „Cool“. Letzteres schwatzen wir der Redaktion und dem Produzenten Axel Beyer im Austausch gegen „Lauch“ auf, das wir im Fernsehen nicht mehr unbedingt machen müssen - wenn wir die Wahl haben. Das Problem: die Sendung steht unter dem Motto „Essen und Trinken“, da passt „Lauch“ natürlich besser als „Cool“. Aber, so läuft unsere Argumentation, in „Cool“ geht es immerhin unter anderem um eine Caipirinha, zweimal gar, eigentlich kreist die Geschichte sogar darum. Gebongt.
Dienstag, den 15.September
Aufzeichnung. Wir kommen um 15 Uhr an. Bernd Stelter begrüßt uns, er hat anscheinend mehr abgenommen als ich wiege. Erstaunlich. Es gibt leider (wie immer) Verzögerung, so dass wir erst um 16.30 gebraucht werden. Die Warterei überbrücken wir mit Gummibärchen. Aber wir essen natürlich nicht nur Gelatinetierchen, wir erweitern den Speiseplan um Weingummi, saure Zungen, Colafläschchen, Twix, Bounty und Mars. Auch zwischen unseren Auftritten liegen Pausen. René hat ein Rennspiel auf seinem Eiphone installiert, ich verbessere meine Rundenzeit im Laufe des Nachmittags um 24,57 Sekunden. Um 18.30 ist die Probe schließlich beendet. Äußerst hungrig geht es zur Essensausgabe. Weil ich drittletzter in der Schlange bin, gibt es kein Fleisch mehr. Ich hasse alle. Eine halbe Stunde grolle ich, dann geht es in die Maske. Ich entscheide mich vor dem Spiegel, für „Flaminco“ auf eine Vollrasur zu verzichten und eine Art Schnäuzer stehen zu lassen. Fünf Tage haben nicht für einen spektakulären Bart sorgen können, Schminke hilft nach.
Um viertel nach acht geht es zur Bühne. Bei unserem Auftritt bin ich ausnahmsweise erster, ich habe Angst, meine Bodenmarkierung nicht zu finden und kann mich deswegen nicht entscheiden, wohin ich schauen soll – Kamera oder Linoleum. Ich meine, einen sehr unsouveränen Eindruck zu machen und ärger mich schon wieder, dieses Mal aber über mich selber. Werner singt bravourös „Cool“, danach stehen wir wie angewurzelt auf unseren Plätzen, weil in der Probe Bernd Stelter zu uns gekommen ist und seine nächste Moderation aus unserer Gruppe heraus gemacht hat. Stelter kommt aber nicht. „Basta“ ruft er und weist freundlich zu uns. Wir stehen. „Basta!“, wiederholt er und winkt. Wir wissen nicht, was wir tun sollen und bleiben stehen. Irgendwann begreifen aber auch wir das Gebot der Stunde und machen uns vom Acker.
Als zweites ist „Choco Latte Chai“ dran. Hier keine Probleme mit der Aufstellung. René kommt so sicher durch den Text wie Jürgen Hingsen durch die Bundesjugendspiele. Gratulation. Ich kann es alles noch versauen.
Auch Flaminco steht wie eine Eins. Ich habe zwar wieder keine Ahnung, wann ich in welche Kamera gucken soll, aber da liegt dann vermutlich eh der Abspann drüber. Noch ein gemeinsames Kölsch, dann geht es nach Hause. Morgen spielen wir eine Gala in Bonn, übermorgen ist wieder Fernsehen dran. Und Freitag ist es dann wieder soweit – wenn es heißt: dadndap da da wa da da...
Montag, 7. September 2009
Andromas
Derzeit nehmen wir zu zwei neuen Songs in den Studios des WDR Videos auf, die dann in der neuen Staffel von "...und basta" gezeigt werden. Die Regisseurin arbeitet mit der Blue Screen - Technik, die ich hier an anderer Stelle schonmal erklärt habe.
Bei den Vorbereitungen einer bestimmten Einstellung ist es zur virtuellen Verschmelzung von Andreas und Thomas gekommen und damit zu einem Bild, das ich euch nicht vorenthalten konnte.
Bei den Vorbereitungen einer bestimmten Einstellung ist es zur virtuellen Verschmelzung von Andreas und Thomas gekommen und damit zu einem Bild, das ich euch nicht vorenthalten konnte.
Mittwoch, 2. September 2009
Ladies in White
Was ist das denn?, durchfuhr es fünf freundlich gesinnte Basta-Sänger, 60 Minuten her ist es erst, als wir den Untertitel zu unserem heutigen Kaiserslauterner Konzert lasen. Schwarz auf weiß steht da nämlich im vierfarbig gedruckten Programmheft: Basta. "Das neue Programm. Ladies in White."

!!!
Wem haben sie denn da das Gehirn entfernt? Ladies in White? Ich muss jetzt recherchieren.
---
Ich habe recherchiert; der erste Google-Eintrag weist mich zu Wikipedia weiter, dort heißt es:
Ladies in White (Spanish: Damas de Blanco) is an opposition movement in Cuba consisting of spouses and other relatives of jailed dissidents. The women protest the imprisonments by attending Mass each Sunday wearing white dresses and then silently walking through the streets dressed in white clothing. The color white is chosen to symbolize peace.
Das ist sympathisch, gebe ich zu. Der Zusammenhang erschließt sich mir trotzdem nicht. Arbeitet in irgendeiner Kaiserslauterner Druckerei nun eine Praktikantin, die die Prinzen liebt, uns deswegen hasst und darum diese Unverschämtheit ins Programm gemogelt hat oder ist der Bruder des Kommunikationsdesigners, der für das Erscheinungsbild des Heftes verantwortlich ist, kubanischer Dissident und darf sich nun über diese originelle Unterstützung freuen?
Ich will es mal schwer hoffen.

!!!
Wem haben sie denn da das Gehirn entfernt? Ladies in White? Ich muss jetzt recherchieren.
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Ich habe recherchiert; der erste Google-Eintrag weist mich zu Wikipedia weiter, dort heißt es:
Ladies in White (Spanish: Damas de Blanco) is an opposition movement in Cuba consisting of spouses and other relatives of jailed dissidents. The women protest the imprisonments by attending Mass each Sunday wearing white dresses and then silently walking through the streets dressed in white clothing. The color white is chosen to symbolize peace.
Das ist sympathisch, gebe ich zu. Der Zusammenhang erschließt sich mir trotzdem nicht. Arbeitet in irgendeiner Kaiserslauterner Druckerei nun eine Praktikantin, die die Prinzen liebt, uns deswegen hasst und darum diese Unverschämtheit ins Programm gemogelt hat oder ist der Bruder des Kommunikationsdesigners, der für das Erscheinungsbild des Heftes verantwortlich ist, kubanischer Dissident und darf sich nun über diese originelle Unterstützung freuen?
Ich will es mal schwer hoffen.
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