Heute haben wir ein recht außergewöhnliches Konzert gegeben.
A, weil ihm ein Workshop mit einer jungen und talentierten Nachwuchscombo vorausging und diese Gruppe namens „Seven Up“ auch einen Teil des Konzertes bestritt; B, weil unser Auftritt in den Strudel einer Reihe von verwirrenden Vorgängen im Rahmen eines beispiellosen Verbrechen, das in Bocholt verübt wurde, hineingezogen wurde.
Vor zwei Wochen war in die örtliche Musikschule eingebrochen worden, was an und für sich schon eine Sauerei ist und auch idiotisch. Viel wurde nicht mitgenommen – eine Musikschule besitzt oder ist ja keine Gelddruckmaschine – aber unter dem bescheidenen Diebesgut befanden sich auch 100 Karten für unser Konzert!
Was war der Plan gewesen? Hatte der Dieb die Karten zu Höchstpreisen auf dem Schwarzmarkt verkaufen wollen? Würde er sich gar eine eigene sichern und sich wie der Wolf im Schafspelz brav applaudierend unter das ehrliche und nichtsahnende Publikum mischen? Würden wir einen Verbrecher unter uns haben?
Die Musikschule hatte vorbildlich reagiert und einen gerissenen Plan entworfen: sie hatte die Tickets neu drucken lassen, aber – ein Trick so einfach wie genial - in einer anderen Farbe. So würde das Monster von Bocholt sich bei einem Besuch durch die Kolorierung der Eintrittskarte verraten und in die offene Falle tappen.
Wir selber ließen es uns nicht nehmen und lauerten heute Abend vor Konzertbeginn versteckt hinter Säulen und in Tarnanzügen auf den umliegenden Häusern liegend mit unseren Fangnetzen auf den Unhold und seine Bande. Wir hielten die Stellung bis kurz vor Acht, aber alle Gäste waren sauber.
Diese Zeilen schreibe ich vom Dach der Stadtsparkasse, gegenüber liegen René und Werner. Sie frieren. Thomas ist mit bloßem Auge nicht zu sehen, aber wenn ich das Nachtsichtgerät zu Hilfe nehme, lässt sich der Schnorchel im dunklen Wasser erahnen. Der Täter wird kommen. Wir sind bereit.
Sonntag, 21. November 2010
Mittwoch, 17. November 2010
Gimme Hope Knecht Ruprecht
Nicht nur die Supermärkte haben die Adventszeit voreingeläutet, auch bei uns hält weihnachtliche Stimmung Einzug: wir proben und schreiben fürs alljährliche Xmas Special.
Das eine (bescheuerte Ideen umsetzen) macht mehr Spaß als das andere (sich an die Choreographie von Schnee und Eis zu erinnern versuchen), aber alles in allem empfinden wir das als angenehme saisonale Wiederkehr, vergleichbar der Spargelzeit im Frühjahr. Da sagt der zeitarbeitende Spargelstecher ja auch: gut, in den Knien ziept’s, der Rücken schmerzt, das Gehalt ist mies, der Chef ist ein Arsch, aber ich mach den Leuten halt so gern Freude.
Wir sind also schon total heiß aufs Gloria und vor allen Dingen auf die neuen Nummern. Knecht Ruprecht wird erstmals eine Rolle spielen, es wird ein eigenes, klassisch angehauchtes Stück über diverseste Weihnachtswunder geben, und vielleicht bekommt auch Maria mal einen eigenen Song! Und, und das ist sicherlich das Mega-Hochlicht: wir werden das berühmte ABBA-Lied über den tollen Truthahn singen. Das allein sollte schon Grund genug sein, die Tage runter zu zählen. Ich habe nachgeschaut: Es sind nur noch 31. Höchste Zeit, Schritte zu üben.
Das eine (bescheuerte Ideen umsetzen) macht mehr Spaß als das andere (sich an die Choreographie von Schnee und Eis zu erinnern versuchen), aber alles in allem empfinden wir das als angenehme saisonale Wiederkehr, vergleichbar der Spargelzeit im Frühjahr. Da sagt der zeitarbeitende Spargelstecher ja auch: gut, in den Knien ziept’s, der Rücken schmerzt, das Gehalt ist mies, der Chef ist ein Arsch, aber ich mach den Leuten halt so gern Freude.
Wir sind also schon total heiß aufs Gloria und vor allen Dingen auf die neuen Nummern. Knecht Ruprecht wird erstmals eine Rolle spielen, es wird ein eigenes, klassisch angehauchtes Stück über diverseste Weihnachtswunder geben, und vielleicht bekommt auch Maria mal einen eigenen Song! Und, und das ist sicherlich das Mega-Hochlicht: wir werden das berühmte ABBA-Lied über den tollen Truthahn singen. Das allein sollte schon Grund genug sein, die Tage runter zu zählen. Ich habe nachgeschaut: Es sind nur noch 31. Höchste Zeit, Schritte zu üben.
Freitag, 29. Oktober 2010
Ich saß neben dem Weltmeister der Mentalisten
Montag war Verleihung des Conga Awards. Neben mir saß der Weltmeister der Mentalisten. Ich könnt euch nicht vorstellen, wie unangenehm das war. Ich musste die ganze Zeit aufpassen wie ein Luchs, dass mir nichts Komisches geschieht. Immerhin hat er die Preisträger richtig vorausgesagt und René wohlgehütete Geheimnisse entlockt.
Ich dachte an Douglas Adams' "Per Anhalter durch die Galaxis"-Multilogie, in der ein gesamtes Volk mit der Fähigkeit des Gedankenlesens gestraft ist. Damit die armen Menschen nicht zu denken anfangen, müssen sie ständig reden. Was für ein entsetzlicher Gedanke, was für eine zutreffende Beobachtung. Daran hab ich mich gehalten.
Man möchte ja nicht gelesen werden wie ein offenes Buch, womöglich noch ein nicht so gutes! Alternierend zu den Adams-Tipps hab ich mich an das erinnert, was Severus Snape so an Abwehr-Ratschlägen herausgegeben hat, und das hat in der Kombination glaub ich ganz gut funktioniert. Das Konto ist jedenfalls nicht leergeräumt. Nur von meinen Drops waren am nächsten Morgen die meisten weg. Mentos.
Ich dachte an Douglas Adams' "Per Anhalter durch die Galaxis"-Multilogie, in der ein gesamtes Volk mit der Fähigkeit des Gedankenlesens gestraft ist. Damit die armen Menschen nicht zu denken anfangen, müssen sie ständig reden. Was für ein entsetzlicher Gedanke, was für eine zutreffende Beobachtung. Daran hab ich mich gehalten.
Man möchte ja nicht gelesen werden wie ein offenes Buch, womöglich noch ein nicht so gutes! Alternierend zu den Adams-Tipps hab ich mich an das erinnert, was Severus Snape so an Abwehr-Ratschlägen herausgegeben hat, und das hat in der Kombination glaub ich ganz gut funktioniert. Das Konto ist jedenfalls nicht leergeräumt. Nur von meinen Drops waren am nächsten Morgen die meisten weg. Mentos.
Mittwoch, 20. Oktober 2010
Erdmöbel
Ich spreche im Normalfall keine Kaufempfehlungen aus, an dieser Stelle schon. Es geht um die CD "Krokus" von Erdmöbel. Bassist und Produzent der Band ist Ekki Maas, auch unser Produzent.
Ich mag hier auch keine Rezension formulieren, das haben Deutschlands Feuilletonisten (habt ihr vielleicht mitbekommen) schon reichlich getan. Nur soviel: das ist eine wunderbare Platte, und wahrscheinlich wird sie euch glücklich machen. Wenn ihr also schon alle unsere CDs habt, kauft sie euch. Anspieltipp: Emma, Snoopy T-Shirt.
Ich mag hier auch keine Rezension formulieren, das haben Deutschlands Feuilletonisten (habt ihr vielleicht mitbekommen) schon reichlich getan. Nur soviel: das ist eine wunderbare Platte, und wahrscheinlich wird sie euch glücklich machen. Wenn ihr also schon alle unsere CDs habt, kauft sie euch. Anspieltipp: Emma, Snoopy T-Shirt.
Samstag, 18. September 2010
Sieger
Wir sind beim Bürotreffen alle Einsendungen durchgegangen und haben einstimmig den Sieger gekürt: es ist Ann-Kathrin Pinand. Sie hat also, wenn ich mich recht erinnere, vier Karten gewonnen - Herzlichen Glückwunsch. Leider hat sich ihre Version nicht als prophetisch erwiesen, aber das sollte bei der Bewertung nur eine untergeordnete Rolle spielen. Hier ihr Text:
Die Australier waren schnell geschlagen
Die Serben hatten zu viel Glück
Ghana hat ne gute Abwehr
Doch wir holen uns den Titel zurück
Mit Özils Traumtor ging’s ins Achtelfinale
Unser Kampf, der ist noch nicht vorbei
Wir rächten uns an England für das Wembley Tor
Und sind im Finale dabei
Gimme hope, Joachim...
Maradona weint um Argentinien
Nach dem Viertelfinale ist Schluss
Die Italiener, Franzosen und Serben
Warten im Verliererbus
Für Messi gab es kein WM-Tor
Denn unser Neuer der hält jeden Ball
54, 74, 90, 2010
Am 11. holt uns Jogi den Pokal
Gimme hope, Joachim...
Auch Holland schicken wir nach Hause
Denn Orange trägt nur die Müllabfuhr
Die Trendfarben sind eben Schwarz, Rot, Gold
Und unser Jogi hat die schönste Frisur :)
Gimme hope, Joachim...
Gimme hope, Joachim...
Die Australier waren schnell geschlagen
Die Serben hatten zu viel Glück
Ghana hat ne gute Abwehr
Doch wir holen uns den Titel zurück
Mit Özils Traumtor ging’s ins Achtelfinale
Unser Kampf, der ist noch nicht vorbei
Wir rächten uns an England für das Wembley Tor
Und sind im Finale dabei
Gimme hope, Joachim...
Maradona weint um Argentinien
Nach dem Viertelfinale ist Schluss
Die Italiener, Franzosen und Serben
Warten im Verliererbus
Für Messi gab es kein WM-Tor
Denn unser Neuer der hält jeden Ball
54, 74, 90, 2010
Am 11. holt uns Jogi den Pokal
Gimme hope, Joachim...
Auch Holland schicken wir nach Hause
Denn Orange trägt nur die Müllabfuhr
Die Trendfarben sind eben Schwarz, Rot, Gold
Und unser Jogi hat die schönste Frisur :)
Gimme hope, Joachim...
Gimme hope, Joachim...
Samstag, 11. September 2010
Zum Glück zurück
Da sind wir wieder! Sechs Wochen Pause, schon eine lange Zeit. Lang genug, um sich enorm aufs Spielen zu freuen; und das haben wir nun auch schon zum wiederholten Mal getan. Zuerst im Leverkusener Erholungsheim, dann beim Zeltfestival Ruhr, wo man uns, kaum dass wir wieder loslegen, den Saft abgedreht hat, kurz vor Flaminco. Es lag wohl, erklärte man uns nachher, weniger an Sabotage als am FI-Schalter und dem fiesen Kriechstrom.
Darauf folgend der vorletzte Open-Air-Auftritt des Jahres, zusammen mit 5 vor der Ehe und der Cale Kopf Company (Wortspielalarm) auf dem sehr hübschen Bad Essener Marktplatz. Wir waren ganz besonders schlau und haben uns den besten Zeitraum geschnappt: den in der Mitte, von 20.30-22 Uhr. Wir waren dann die einzigen, die Deutschland-Belgien nicht sehen konnten. Ein klassisches Eigentor. Aber, um einen kleinen Kalauer dem Eigenrecyling zuzuführen: besser in Bad Essen als in Bett Rauchen.
Sonntag zum Abschluss der Freisingsaison wunderbarste Sonne beim Wuppertaler Stadtfest. Das war ein würdiger Abschied vom Sommer. Schwebebahn war zwar kaputt, aber alle wurden versöhnt durch ein Foto mir der Maus.
Darauf folgend der vorletzte Open-Air-Auftritt des Jahres, zusammen mit 5 vor der Ehe und der Cale Kopf Company (Wortspielalarm) auf dem sehr hübschen Bad Essener Marktplatz. Wir waren ganz besonders schlau und haben uns den besten Zeitraum geschnappt: den in der Mitte, von 20.30-22 Uhr. Wir waren dann die einzigen, die Deutschland-Belgien nicht sehen konnten. Ein klassisches Eigentor. Aber, um einen kleinen Kalauer dem Eigenrecyling zuzuführen: besser in Bad Essen als in Bett Rauchen.
Sonntag zum Abschluss der Freisingsaison wunderbarste Sonne beim Wuppertaler Stadtfest. Das war ein würdiger Abschied vom Sommer. Schwebebahn war zwar kaputt, aber alle wurden versöhnt durch ein Foto mir der Maus.
Mittwoch, 30. Juni 2010
Die Hitzeschlacht von Darmstadt
Sowas Heißes hab ich mein Lebtag noch nicht erlebt, abgesehen vielleicht von Patrick Swayze in Dirty Dancing.
Ich schätze die Temperatur, die es im Dachgeschoss der Darmstädter Centralstation (dem Ort unseres Konzertes) hatte, auf 40, nein, 45, bestimmt an die 50 Grad Celsius, und zwar im Schatten. Ich will niemand mit Details quälen, aber wir haben mehr Flüssigkeit verloren, d.h. hauptsächlich an unsere Bühnenkleidung abgegeben, als man in einem Vergleich beschreiben kann.
Hitzefrei hätte es geben müssen; auch die Besucher, immerhin noch auf anderem Niveau und deswegen in niedrigeren und damit kühleren Luftschichten unterwegs als wir, litten wie Bernhardiner in einem auf dem von der Mittagssonne beschienenen schattenfreien Kundenparkplatz eines Einkaufscenter stehenden, sagen wir, Fiat 500. Mal als Vergleich.
Aber uns ging es noch viel schlimmer, natürlich, wegen der ganzen Tanzerei und den Anzügen. Der Schweiß rann dazu auch noch naturgemäß antizyklisch, so dass furchtbarerweise nach S.O.S., bei Feuerzeug, in größtmöglicher Nähe und Sichtweite zur Zuhörerschaft das Wasser floss, dass es dem Trevi-Brunnen zur Freude gereicht hätte. Als noch ein Beispiel.
Aber Entwarnung: wir sitzen gemütlich und trocken im Auto Richtung Köln, die Klimaanlage steht auf Superfrost, und es geht uns gut. Morgen Open-Air in Würselen, wir freuen uns. Wir hoffen auf Regen.
Ich schätze die Temperatur, die es im Dachgeschoss der Darmstädter Centralstation (dem Ort unseres Konzertes) hatte, auf 40, nein, 45, bestimmt an die 50 Grad Celsius, und zwar im Schatten. Ich will niemand mit Details quälen, aber wir haben mehr Flüssigkeit verloren, d.h. hauptsächlich an unsere Bühnenkleidung abgegeben, als man in einem Vergleich beschreiben kann.
Hitzefrei hätte es geben müssen; auch die Besucher, immerhin noch auf anderem Niveau und deswegen in niedrigeren und damit kühleren Luftschichten unterwegs als wir, litten wie Bernhardiner in einem auf dem von der Mittagssonne beschienenen schattenfreien Kundenparkplatz eines Einkaufscenter stehenden, sagen wir, Fiat 500. Mal als Vergleich.
Aber uns ging es noch viel schlimmer, natürlich, wegen der ganzen Tanzerei und den Anzügen. Der Schweiß rann dazu auch noch naturgemäß antizyklisch, so dass furchtbarerweise nach S.O.S., bei Feuerzeug, in größtmöglicher Nähe und Sichtweite zur Zuhörerschaft das Wasser floss, dass es dem Trevi-Brunnen zur Freude gereicht hätte. Als noch ein Beispiel.
Aber Entwarnung: wir sitzen gemütlich und trocken im Auto Richtung Köln, die Klimaanlage steht auf Superfrost, und es geht uns gut. Morgen Open-Air in Würselen, wir freuen uns. Wir hoffen auf Regen.
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