Sonntag, 20. Dezember 2009

Eine Reise, die ist lustig

14.00
Das Xmas Special 2009 ist glücklich überstanden, nun steht der vorletzte Auftritt des Jahres an. Wir wollen nach Osnabrück, um dort einen Auftritt fürs Radio zu machen. Wir alle sind verzaubert von der dichten Schneedecke, unter der die Stadt seit zwei Tagen liegt. Da wir ahnen, dass die Wetterbedingungen für stockenden Verkehr sorgen werden, haben wir uns einen ordentlichen Zeitpuffer gegönnt.

14.45
Es beginnt zu schneien. Wir geraten in einen Stau, noch vor Wermelskirchen, aber sind weiterhin guten Mutes. Es ist genug Zeit.

15.15
Der Stau ist zäh. Er wird trotzdem noch nicht im Radio gemeldet. Das gibt uns Hoffnung, dass wir bald durch sind. Ich nutze das langsame Tempo, um ein bisschen spazieren zu gehen.

15.25
Ich bin weit vor den anderen. Ich kann den Bus schon nicht mehr sehen. Die Aussicht von der Talbrücke ist sehr schön – Tannen und Fichten wie unter Puderzucker. Auch die Rücklichter der stehenden Autos vor mir, die in die beginnende Dämmerung hineinleuchten, haben etwas Romantisches.

15.30
Ich gehe zurück, den anderen entgegen. Die am Fahrbahnrand stehenden P- und LKW sind mehr geworden. „Wie lang noch?“, fragen mich die Fahrer. Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich noch ein bisschen.

16.00
Es wird dunkel. Im Bus haben wir Cola gefunden; im Radio läuft „Coming Home for Christmas“. Schnuckelige kleine Weihnachtsfeier.

17.00
In der letzten Stunde sind wir 800 Meter gefahren. Wir sind jetzt an der Brücke, an der ich vor eineinhalb Stunden stand. Wir rufen in Osnabrück an, um zu sagen, dass es knapp werden könnte.

18.00
Jetzt ist auch Thomas mit der Fernsehsendung durch. Wie soll das gehen, dass er das schafft? Wir haben vier Stunden Vorsprung. Andererseits: in Kilometern nur 40.

18.30
Wir holen uns in Remscheid eine Currywurst. Die Tankstelle könnte auch in Österreich stehen, und zwar auf dem Aletschgletscher. Die Leute sind zum Teil schon acht Stunden für 200 Kilometer unterwegs, haben alle aber ganz prächtige Laune.

19.00
Der Stau hat sich aufgelöst. Dafür Schneesturm. Wir können nichts mehr sehen. Die weißen Dinger kommen auf uns zugeflogen wie die Sterne im Warp Antrieb. Andreas fährt wie ein Weltmeister.

20.00
Volmarstein/Haspe. Wir warten auf Thomas, der mit Marcus nur noch 10 Kilometer hinter uns ist und hier zusteigen soll. Es schneit weiter. Wenn wir einen Schnitt von 53,13 km/h fahren, schaffen wir es noch. In Anbetracht der Tatsache, dass er bisher so um die 10 km/h beträgt, ist unsere Rechnung vielleicht ein bisschen optimistisch.

20.05
Thomas ist da. Er bringt ein bisschen gute Laune mit. Unsere hat sich inzwischen ein wenig erschöpft. Aber oh Wunder: Kaum sind wir wieder auf der Autobahn, hört es auf zu schneien und es lässt sich besser fahren. Die Reifen machen furchterregende Geräusche auf der sich langsam auflösenden Schneedecke, aber es geht.

20.30
Wir fahren 90. Es ist kaum zu glauben. Wir können es packen!

21.10
Alle schlafen oder sehen so aus. Sind ja auch erst sieben Stunden, die wir im Bus sitzen. Das wird ein schöner Auftritt. Ich halte mich wach, indem ich Noten korrekturlese. Fleisch. Fällt schwer.

21.30
In fünf Minuten sind wir da. Alles gut. Andreas bekommt einen Pokal fürs Fahren. Kann er zu den anderen stellen.

...


23.00
Alles geschafft. Fünf Minuten, nachdem wir da waren, sind wir auf die Bühne gebeten worden – René noch in Zivil – und haben, uneingesungen und mit sieben Stunden Autofahrt in den Knochen, Choco Latte Chai gemacht. Das war krass. Der Rest hat auch geklappt. Jetzt noch Abendessen und dann nach Hause. So gegen drei, halb vier sollte das geschafft sein!

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Magath baggert

Gestern haben wir den Auftritt für das DSF gemacht. Gute Nachricht: wir mussten uns nicht ausziehen.

Magath hatte sich uns für seinen Auftritt beim „Star Talk“ gewünscht, dem wollten wir nachkommen. Wir haben uns für folgenden Reim entschieden: „Spielerfrauen wollen, dass man baggert, Spielerfrauen stehen auf Felix Magath“. Eigentlich schön, nicht? Was nur doof war: Der Meistertrainer hatte vor dem Stück explizit verkündet, dass es zu seinen zwei Lieblingsfußballliedern gehörte. Als wir an der veränderten Stelle ankamen, fiel mir auf, dass es so aussehen musste, als würde Felix Magath das Lied so super finden, weil er darin vorkommt.

Irgendwann werden wir das aufklären.

Montag, 14. Dezember 2009

Muss der heilige Nikolaus sein

Hier mal wer anders: Erdmöbel (die Band unseres Produzenten Ekki Maas) mit einem wunderschönen Nikolauslied. Hätten wir eh nicht mehr geschafft, das zu lernen!

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Samstag, 5. Dezember 2009

In der Fankurve



Heute haben wir eine Privataudienz gegeben, mitten im Konzert! Das kam so:

Als Kevin Kuranyi aus der Nationalmannschaft flog, haben wir ihn auch aus dem Lied geschmissen. Ohne viel Federlesens, so geht es ja nicht. Ersetzt wurde er durch Lukas Podolski, der sich so schön auf Tucholsky reimt, von dem wir vermuten, dass er nicht zur Lieblingslektüre von Spielerfrauen zählt (Tuchy jetzt, nicht Poldi).

Obwohl unser Kölner Liebling durchaus auch in anderen Regionen Deutschlands gemocht wird, haben wir in Karlsruhe damit angefangen, die dortigen Mannschaften als Quell neuer Zeilen zu nutzen. Da kein Schwein irgendeinen Karlsruher Spieler kennt (die Karlsruher sahen das anders), haben wir uns auf den Ex-Stuttgarter Mario Gomez eingeschossen, der Reim auf Pommes war zu verlockend.

Und weil Lüneburg, Norderstedt, Lübeck und Schwerin alle irgendwie in der Nähe von Hamburg liegen, haben wir uns mit dem Kader des HSV richtig Mühe gegeben. Nur um uns dann in Lübeck doch nicht richtig zu trauen. Ist ja schon ein Stückchen weg von Hamburg, und auch eine stolze Stadt, da weiß man ja nie. Also haben wir den Podolski gesungen. Das fand ich im Nachhinein so schade, dass ich das Publikum doch noch mal nach seinen Vereinspräferenzen gefragt habe. „HSV!“ rief ein passenderweise ins blau-weiße Bratislava-Shirt gewandeter Mann aus der ersten Reihe auf die Bühne.

Da haben wir ihm nacheinander die fehlenden Zeilen vorgesungen. Er hat sich, glaube ich, gefreut. Und die restlichen 900 Leute auch, meine ich. Die Zeit reichte im Konzert nur für zwei Varianten; hier sind sie alle:

Spielerfrauen hören kein Tschaikowsky
Spielerfrauen stehen auf Pjotr Trochowski

Spielerfrauen brauchen manchmal noch Erzieher
Spielerfrauen stehen auf Bruno Labbadia

Spielerfrauen haben an ihren Jacken Fransen
Spielerfrauen stehen auf Marcell Jansen

Spielerfrauen haben selbst auf dem WC Kitsch
Spielerfrauen stehen auf Mladen Petric

Da geht einiges, wie man sieht. Am 16.Dezember singen wir, wenn alles gut geht, in einer TV-Talkrunde, in der Felix Magath anwesend sein wird. Der kann sich schon mal freuen, wir werden bestimmt ein paar Spielerfrauen für ihn finden!

Sonntag, 29. November 2009

Bratislava reloaded

Ja, tatsächlich: 5 Jahre singen wir jetzt Bratislava Lover! Es ist mit das erste Lied, das wir mit Thomas zusammen geschrieben haben. Und direkt ein Kracher! Das ist ja auch nicht selbstverständlich; Fans der früheren Stunden werden sich mit einer Mischung aus Genuss und Grausen an „Wer was wie“ oder auch „Hare Rama“ erinnern...

Wie auch immer: Dies zu feiern, haben René und ich neulich die letzte Zeile zweite Bridge modifiziert. Wo es sonst heißt: „Er ist ’ne geile Sau/so will es jede Frau/er hat ’nen grüngelben Pullover“, singen wir nun: „er ist so toll wie Jörg Pilawa“. Natürlich haben wir Thomas beim ersten Mal vorher davon nichts gesagt.

Jetzt kommt ihr ins Spiel: Warum habt ihr nicht Lust, für ebendiese Stelle eine Zeile zu schreiben und sie uns zu schicken?
Eure Zeile sollte sich halbwegs auf Lover reimen. Im besten Fall ist es kein Nichtreim wie unser sechs Jahre lang verwendeter Pullover (keine Ahnung, wie es dazu kommen konnte).

Sendet eure Zeile mit dem Betreff Grüngelber Pullover an pullover@basta-online.de. Wir sammeln, probieren aus und werden nach einer nur uns bekannten Zeitspanne an dieser Stelle Rückmeldung darüber geben, was uns und dem Publikum wie gefallen hat.
Dichter, frisch ans Werk!

P.S.: Was uns noch eingefallen ist: „er steht beim ‚Playgirl’ auf dem Cover“. Auch gut, nicht?

Mittwoch, 18. November 2009

Schöne Bescherung


Was für eine Überraschung zu Weihnachten, und wie spannend! Thomas moderiert eine Fernsehsendung, und ich kann mich gemütlich zurücklehnen und zuschauen! Das gab es noch nie.

Am Sonntag, den 29.11. werde ich meinen werten Kollegen in einem Zustand der Aufregung sehen, der sich nur als hoch bezeichnen lassen wird. "...und basta!" ist schon hart, aber das ist eine Aufzeichung. Thomas wird am Sonntag 50 Minuten live auf Sendung sein. Nicht, dass wir uns da missverstehen: ich traue ihm das locker zu und bin fest davon überzeugt, dass es ganz prima werden wird. Wenn das einer macht, dann er. Aber für ihn wird es heftig!

Für uns ist es natürlich prima, dass er eine Karriere im Fernsehen einschlägt. Denn: wenn in zwei, drei Jahren "Verstehen Sie Spaß?" anklopft, wer wird dann da auftreten? Und bei "Wetten, dass?" und der Oscarverleihung? Genau.

Also, toi toi toi, was? Ich freu mich.

Mittwoch, 11. November 2009

Glitzer

Sonntag abend saß ich im Zuschauerraum des CCH in Hamburg und war nervös wie bei einem eigenen Konzert lange nicht mehr. Barbara Schöneberger spielte das erste Konzert ihrer aktuellen Tournee, und ich hatte schweißnasse Hände.

Zum ersten Mal sah ich einen anderen Künstler eines meiner Lieder interpretieren, dass es auch die Premiere des Songs selber und Barbara Schöneberger war, die vor etwa 2000 Menschen auftrat, machte es nicht weniger spannend. „Glitzer“, so der Titel, war in der Mitte des ersten Sets dran, und ich war froh, nicht noch länger warten zu müssen. Schon witzig, wie sich dieselben Anzeichen von Lampenfieber zeigten wie auf der Bühne. Nur, dass ich nirgendwo hinkonnte mit meiner Aufregung – im Konzert verschwindet die ganz schnell, weil man so auf den Auftritt konzentriert ist. In den weichen Sesseln des CCH ging das nicht.

Alles ist gut gegangen: das Publikum lachte an den Stellen, an denen es lachen sollte, Barbara Schöneberger sang das Lied ganz wunderbar, die Band spielte knackig auf. Applaudiert wurde auch schön. Und ich hatte danach noch eineinhalb Stunden Zeit, das Konzert zu genießen.

Donnerstag, 5. November 2009

Osterholz-Scharmbeck

Heute haben wir zum ersten Mal in Osterholz-Scharmbeck gespielt. Vom Ort selber haben wir leider gar nichts gesehen, denn wir kamen im Dunkeln an. Und die Stadthalle sah, das kann man nicht beschönigen, auch nicht anders aus als Stadthallen in anderen Orten. Aber dafür waren die Garderoben ganz besonders hübsch, gleich drei geräumige Zimmer boten sich uns fünf Sängern an, eingerichtet mit gemütlichen Stühlen, stabilen Kleiderständern und sogar Sofas. Da ist Osterholz-Schammberg durchaus Vorreiter.

Das Konzert war sehr heiter, Lachflash inklusive. Thomas tappte in die berüchtigte Wer-hat-gesagt-Falle, vergaß die verlängerte Pause und lieferte unfreiwillig ein kleines Nebenstimmensolo. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich von der Mitte an den linken Bühnenrand zu begeben, um einigermaßen zur Ruhe zu kommen. Das Osterwald-Schaumburger Publikum hat’s gefreut, umso schöner.

Was sonst? Ach ja, alle wieder gesund. Übrigens auch ich; das hatte innerhalb der Band für Verwirrung gesorgt: ich hätte mich selber aus dem Kreis der Kranken herausgeschrieben, warf mir René auf der Hinreise vor. Dabei hätte ich doch am meisten gehustet! Habe ich das? Ich meine, das verschleiert, vertuscht, verheimlicht? Nein, ich war krank de luxe! Mit echtem Fieber!

Nur wie gesagt, heute davon nichts mehr zu merken. Alle fit wie ein Turnschuh. Und nächstes Mal nehmen wir uns auch mehr Zeit, um uns den Ort anzuschauen. Das wird schön werden, in Osterfeuer-Waldweg!

Dienstag, 3. November 2009

Das rollende Lazarett

Elendig, der Anblick, den unser Bus bietet. Von den sechs Insassen (Martin ist nach langer Zeit wieder mit dabei) hier sind drei krank und husten und ächzen vor sich hin. Andreas und ich haben uns sogar einen Mundschutz übergezogen, der das Risiko der Ausbreitung bzw. Ansteckung dämmen soll. Wenn’s schee macht!

Die Situation wird dadurch nicht besser, dass es gerade halb drei Uhr nachts ist und wir seit vier Stunden im Auto sitzen, auf der Fahrt von Dresden nach Soest. Erwähnenswert vielleicht auch die Tatsache, dass wir heute morgen bereits NACH Dresden gefahren sind, um 9 Uhr ab Heidelberg.

Man hat nicht immer nur Glück im Leben, und was diese etwas unglückliche Auftrittskombination angeht, kamen halt verschiedene Anfragen dergestalt in unser Büro, dass wir es vorzogen, uns um deren Realisierung nicht zu konkrete Gedanken zu machen. Jetzt haben wir den Salat.

Dafür waren wir gestern im Radio, heute im schönen Elbflorenz und sind morgen gegen Mittag wieder zuhause in Köln. Gibt schlimmeres.

Zum Beispiel das Buch „Kill your friends“, das so schlecht ist, dass ich es nach einem Drittel der Seiten nur noch zur Kenntnisnahme des Plots durchgeblättert und danach wütend in den nächsten Restmüllcontainer geworfen habe, was ich ganz, ganz selten mache, eigentlich nie. Das hat jetzt mit dem Vorigen nicht so unbedingt zu tun, fiel mir aber an dieser Stelle als Warnung ein.

Zu empfehlen ist hingegen der Film „Sturz ins Leere“ (nach dem gleichnamigen Buch), den ich mir eben auf DVD angeschaut habe. Darin überlebt ein junger Mann nach einer wagnisreichen Besteigung eines abgelegenen Andengipfels den Sturz in eine Gletscherspalte und erreicht, längst für tot gehalten, trotz gebrochenen Beins, Erfrierungen, Dehydrierung und allgemeiner Erschöpfung nach sechs Tagen seine grad im Aufbruch befindlichen Kameraden. Da geht das hier ja wohl allemal.

Samstag, 24. Oktober 2009

Überlebensgroß

Einer jener Diktatoren aus der B-Liga hatte in den 80ern den prima Plan, nach und nach die Grenzen der Regionen seines Staates stückchenweise zu verschieben, um so allmählich das Bild der Landkarte in das Abbild seines Herrscherprofils zu verwandeln. Bevor der Mann diesen mühevollen Prozess zu Ende bringen konnte, wurde er gestürzt. Auch seine Frau konnte ihre Schuhsammlung nicht mehr vervollständigen.

Wir selber haben es lange genug mit einem Transparent aushalten müssen, auf dem wir nur undeutlich zu erkennen waren, weil zu klein. Es ist nur ein Anfang, aber seit vorgestern touren wir mit vier Aufstellern, deren Ausmaße sich endlich dem annähern, was wir uns so vorstellen.

Transportieren tun wir diese Leinwände leider noch mit unserem Wagen, aber bald schon werden wir das mit einem eigenen Truck erledigen. Diesen werden wir dann mit unseren Konterfeien bemalen lassen. Er muss immer vor unserem Hotel parken, das ist ganz wichtig. Denn dann sind das Erste, das wir morgens sehen, wenn wir aus dem Fenster blicken, wir.

So kann es jedenfalls nicht weitergehen, auch Nordrhein-Westfalen sieht fast immer noch so aus wie vorher.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Noten

Ich sitz wieder an den Noten. Zum Erscheinen der CD möchten und werden wir pünktlich das dazugehörige Songbuch herausgeben, und da fängt der Vernünftige rechtzeitig an zu arbeiten.

Der Bus ist dafür der richtige Platz, und die Strecke Leipzig-Köln ist perfekt. Vielleicht werde ich nicht ein solches Glück haben wie auf der Hinreise nach Chemnitz, als wir wegen diversen Staus sieben geschlagene Stunden im Wagen saßen und ich deswegen mehr Zeit zur Verfügung hatte als in meinen kühnsten Träumen gewünscht, aber immerhin: fünf werden es werden, da kann man schon mal die Hauptstimme von „Being Reinhard Mey“ zu Papier, also Bildschirm, bringen.

Diese hat es nämlich in sich. Thomas singt, um das Reinhard-Mey-Feeling gut rüber zu bringen, einen dermaßen verhakelt verwursteten Rhythmus, dass ich mich beim Versuch der Notation schon in lauter Bindebögen verheddere. Fies ist das.

Aber wenig ist zu anstrengend, um euch stolz wie Oskar das neue Buch präsentieren zu können. Viele Songs sind ja auch schon von Oliver Gies arrangiert und ausnotiert, an denen ist nicht mehr viel zu machen. Übrigens wird die CD komplett, ausschließlich und hundertprozentig a cappella sein, ihr werdet also alles singen können, ohne euch vorher Flügel und Orchester bestellen zu müssen.

Ich verabschiede mich jetzt mal und setze mich an die nächsten Sechzehntelpausen, die halten auch nicht ewig.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Wir kommen

Ich bin froh, dass ich damit gewartet habe, zu schreiben. Anstatt an dieser Stelle meine Meinung zum Entstehen dieser ungewöhnlichen Situation kund zu tun, kann ich mich jetzt darauf beschränken, von dem außerordentlichen schönen Konzert in Magdeburg zu erzählen.

Wir haben, nachdem die Absage aller vier Konzerte unumstößlich feststand, stundenlang zusammengesessen und uns überlegt, wie man reagiert und wie man es vermeidet, unser Publikum vor den Kopf zu stoßen. Wir haben uns dazu entschieden, einfach trotzdem nach Magdeburg zu fahren. Das war eine riskante Sache, weil der Veranstalter bereits über das Ticketsystem Absage-Emails hatte verschicken lassen. Wir ahnten also nicht, wer noch auf unsere Website gegangen war, um sich darüber zu informieren, was wirklich passierte.

Um viertel nach sieben, eine Dreiviertelstunde vor Konzertbeginn, waren erst vier Gäste da, uns schwante Übles. Doch immer mehr Leute kamen, und um viertel vor acht mussten wir Stühle dazu stellen. Es war eine ungewohnte Erfahrung, sich über jeden einzelnen Besucher so zu freuen – ansonsten nehmen wir das Publikum eher pauschal und als Menge wahr, das wir von der Bühne aus als einheitlichen Block sehen. Jetzt war es wie früher, als wir in Köln in den kleinsten Läden spielten, nervös in den Zuschauerraum lugten und ungläubig das Kommen jeder einzelnen Person bestaunten, die kamen, um tatsächlich uns zu sehen.

Das Konzert war toll, alle genossen die außergewöhnliche Atmosphäre. Das Publikum war dankbar, dass wir erschienen waren und auch noch umsonst spielten; wir waren unsererseits glücklich, dass das Publikum trotz all des Brassels gekommen war.

Wir freuen uns auf ähnliche Erlebnisse in zwei Wochen, wenn wir nach Sachsen fahren (ob nun zu zwei oder drei Konzerten, muss sich noch zeigen) – also sagt allen Bescheid. Wir kommen!

Freitag, 2. Oktober 2009

Zeitreise

René erfreut uns zur Zeit mit einem hohen Maß an Tapferkeit. Er hat sich letzte Woche alle vier Weisheitszähne auf einmal heraus operieren lassen und stand schon kurz darauf wieder auf der Bühne. Klar gehen manche Dinge noch nicht, an „Choco Latte Chai“ oder „Wild thing“ ist nicht zu denken, auch die Choreographie zu „Party total“ tanzt er nur sehr reduziert (OK, das ist zugegebenermaßen eigentlich kein Unterschied zu früher). Aber alle Nebenstimmen und sogar „Like a virgin“ kriegen wir in gewohnter Qualität von ihm zu hören.

Nun sind also drei Hauptstimmen weggefallen, und wer muss sie ersetzen? Ich. Dadurch kommen auch alte Stücke wieder zum Vorschein, die ich sehr lange nicht mehr im Konzert gesungen habe. Bindungsangst haben wir gesungen und Lauch auch, und es war eine wirklich witzige Erfahrung. So witzig, dass ich im Refrain über meinen eigenen Witz lachen musste. Das soll man ja nicht tun, aber passieren tut es halt doch immer mal wieder.

Also gute Laune gestern abend in Vechta. Das Erinnerungsvermögen war allerdings nicht uneingeschränkt groß: als René mich kurz vor „Fünf“ darum bat, seine Hauptstimmenparts zu übernehmen, tat ich ihm natürlich den Gefallen, aber scheiterte dann an der dritten Strophe. „Doch du brauchst nicht allein zu gehen/Wenn du willst, dann darfst du wen mitnehmen“, sang ich und vermasselte damit die inzwischen übliche Dramaturgie des Songs. „Wen denn?“ fragte mich in der allgemeinen Verwirrung Thomas; „Dich“, blieb mir nur zu antworten. Elegant geht anders.

Aber wenn, um auf die Einleitung zurückzukommen, René sich so tapfer zeigt, kann man auf der Bühne auch mal durch ein Loch durch.



Die Kopfhörer dienen übrigens nicht dazu, sich neue Arrangements anzuhören, sondern halten das Kühltuch fest.

Freitag, 25. September 2009

Pokal

Wir hatten in Pulheim nicht nur ein schönes Konzert, sondern auch eine spannende Pause. Andreas hatte zur Freude aller seinen DVBT (DBVT? DTVB?) Empfänger mitgebracht und kenntnisreich installiert, so dass die Fußballfreunde unter uns das Spiel Köln-Wolfsburg verfolgen konnten. Davon ein Foto.



Einem seltsamen Zufall war es zu verdanken, dass mit dem Singen unseres letzten Tons auch die letzte Minute der regulären Spielzeit anbrach. Wir konnten also noch viereinhalb lange Minuten mitfiebern. Köln hat übrigens gewonnen.

Dienstag, 15. September 2009

Volles Programm

Lange kein Konzert mehr gespielt, erst Freitag gibt es das nächste in Arnsberg. Wir sind aber nicht untätig – hier ein Überblick:

Freitag, 11.September

Nach einem wegen technischer Schwierigkeiten nicht komplett erfreulichen Termin in Bonn zur Eröffnung von Pützchens Markt geht es in großer Eile zurück nach Köln, zum Roncalliplatz vor dem Dom. BAP gibt dort sein letztes Konzert für die nächste Zeit, und wir sind mit dabei. Um acht Uhr stehen geschätzte 8.000 Menschen vor dem Dom und feiern Wolfgang Niedecken und seine Band frenetisch. Nach einer guten Stunde sind wir dran, singen Backgroundchor für die Nummer, die wir auch für „...und basta!“ schon mit Wolfgang gemacht haben, „Et ess wie et ess“. Tolles Gefühl, mit einer so knackig wie laut aufspielenden Rhythmusgruppe im Hintergrund die Menge da draußen zu rocken. Wir wollen auch eine Band! Wir genießen den Applaus und kehren zur allerletzten Nummer noch mal auf die Bühne zurück, für das letzte Lied, die sehr schöne Ballade „Schluss, aus, vorbei“.

Sonntag, 13.September

Das Senftöpfchen wird 50. Eine Kölner Institution, ein kleines Theaterchen in der Kölner Altstadt, das die Prinzipalin Alexandra Kassen über die Jahre zum berühmtesten und wichtigsten Kabarettplatz der Stadt gemacht hat. Frau Kassen ist weit über 80 und sitzt bei jedem unserer Konzerte auf ihrem Stammplatz, bevor sie uns in der Pause mit Lob und konstruktiver Kritik beehrt. Sie und ihr Senftöpfchentheater haben zig Karrieren beginnen lassen und gefördert. Dementsprechend ist die Gala zum Jubiläum, die in der Kölner Oper gefeiert wird, nicht nur ausverkauft, sondern auch Tummelplatz aller möglichen Bands und Künstler, die dem Senftöpfchen sehr viel verdanken: Die Höhner, Bläck Fööss und Paveier treten auf, Jürgen von der Lippe und Alfred Biolek, unser alter Bekannter Eckart von Hirschhausen und, und, und... Als die Pause beginnt, sind dementsprechend schon 60 Minuten überzogen. Wir singen „Spielerfrauen“, unterschreiten zum Gefallen des Publikums die uns zugedachte Zeit um etwa die Hälfte und verfolgen den Rest der Gala mit Vergnügen.


Montag, den 14.September


Probe für „So lacht NRW“ in Köln-Bocklemünd. Nachdem die Band das erste Gastspiel in der WDR-Sendung zu viert absolvieren musste, weil ich krank war, sind wir jetzt zu fünft. Das lohnt sich: wir singen gleich drei Stücke, nämlich „Choco Latte Chai“, „Flaminco“ und „Cool“. Letzteres schwatzen wir der Redaktion und dem Produzenten Axel Beyer im Austausch gegen „Lauch“ auf, das wir im Fernsehen nicht mehr unbedingt machen müssen - wenn wir die Wahl haben. Das Problem: die Sendung steht unter dem Motto „Essen und Trinken“, da passt „Lauch“ natürlich besser als „Cool“. Aber, so läuft unsere Argumentation, in „Cool“ geht es immerhin unter anderem um eine Caipirinha, zweimal gar, eigentlich kreist die Geschichte sogar darum. Gebongt.

Dienstag, den 15.September

Aufzeichnung. Wir kommen um 15 Uhr an. Bernd Stelter begrüßt uns, er hat anscheinend mehr abgenommen als ich wiege. Erstaunlich. Es gibt leider (wie immer) Verzögerung, so dass wir erst um 16.30 gebraucht werden. Die Warterei überbrücken wir mit Gummibärchen. Aber wir essen natürlich nicht nur Gelatinetierchen, wir erweitern den Speiseplan um Weingummi, saure Zungen, Colafläschchen, Twix, Bounty und Mars. Auch zwischen unseren Auftritten liegen Pausen. René hat ein Rennspiel auf seinem Eiphone installiert, ich verbessere meine Rundenzeit im Laufe des Nachmittags um 24,57 Sekunden. Um 18.30 ist die Probe schließlich beendet. Äußerst hungrig geht es zur Essensausgabe. Weil ich drittletzter in der Schlange bin, gibt es kein Fleisch mehr. Ich hasse alle. Eine halbe Stunde grolle ich, dann geht es in die Maske. Ich entscheide mich vor dem Spiegel, für „Flaminco“ auf eine Vollrasur zu verzichten und eine Art Schnäuzer stehen zu lassen. Fünf Tage haben nicht für einen spektakulären Bart sorgen können, Schminke hilft nach.

Um viertel nach acht geht es zur Bühne. Bei unserem Auftritt bin ich ausnahmsweise erster, ich habe Angst, meine Bodenmarkierung nicht zu finden und kann mich deswegen nicht entscheiden, wohin ich schauen soll – Kamera oder Linoleum. Ich meine, einen sehr unsouveränen Eindruck zu machen und ärger mich schon wieder, dieses Mal aber über mich selber. Werner singt bravourös „Cool“, danach stehen wir wie angewurzelt auf unseren Plätzen, weil in der Probe Bernd Stelter zu uns gekommen ist und seine nächste Moderation aus unserer Gruppe heraus gemacht hat. Stelter kommt aber nicht. „Basta“ ruft er und weist freundlich zu uns. Wir stehen. „Basta!“, wiederholt er und winkt. Wir wissen nicht, was wir tun sollen und bleiben stehen. Irgendwann begreifen aber auch wir das Gebot der Stunde und machen uns vom Acker.

Als zweites ist „Choco Latte Chai“ dran. Hier keine Probleme mit der Aufstellung. René kommt so sicher durch den Text wie Jürgen Hingsen durch die Bundesjugendspiele. Gratulation. Ich kann es alles noch versauen.

Auch Flaminco steht wie eine Eins. Ich habe zwar wieder keine Ahnung, wann ich in welche Kamera gucken soll, aber da liegt dann vermutlich eh der Abspann drüber. Noch ein gemeinsames Kölsch, dann geht es nach Hause. Morgen spielen wir eine Gala in Bonn, übermorgen ist wieder Fernsehen dran. Und Freitag ist es dann wieder soweit – wenn es heißt: dadndap da da wa da da...

Montag, 7. September 2009

Andromas

Derzeit nehmen wir zu zwei neuen Songs in den Studios des WDR Videos auf, die dann in der neuen Staffel von "...und basta" gezeigt werden. Die Regisseurin arbeitet mit der Blue Screen - Technik, die ich hier an anderer Stelle schonmal erklärt habe.

Bei den Vorbereitungen einer bestimmten Einstellung ist es zur virtuellen Verschmelzung von Andreas und Thomas gekommen und damit zu einem Bild, das ich euch nicht vorenthalten konnte.

Mittwoch, 2. September 2009

Ladies in White

Was ist das denn?, durchfuhr es fünf freundlich gesinnte Basta-Sänger, 60 Minuten her ist es erst, als wir den Untertitel zu unserem heutigen Kaiserslauterner Konzert lasen. Schwarz auf weiß steht da nämlich im vierfarbig gedruckten Programmheft: Basta. "Das neue Programm. Ladies in White."



!!!

Wem haben sie denn da das Gehirn entfernt? Ladies in White? Ich muss jetzt recherchieren.

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Ich habe recherchiert; der erste Google-Eintrag weist mich zu Wikipedia weiter, dort heißt es:

Ladies in White (Spanish: Damas de Blanco) is an opposition movement in Cuba consisting of spouses and other relatives of jailed dissidents. The women protest the imprisonments by attending Mass each Sunday wearing white dresses and then silently walking through the streets dressed in white clothing. The color white is chosen to symbolize peace.


Das ist sympathisch, gebe ich zu. Der Zusammenhang erschließt sich mir trotzdem nicht. Arbeitet in irgendeiner Kaiserslauterner Druckerei nun eine Praktikantin, die die Prinzen liebt, uns deswegen hasst und darum diese Unverschämtheit ins Programm gemogelt hat oder ist der Bruder des Kommunikationsdesigners, der für das Erscheinungsbild des Heftes verantwortlich ist, kubanischer Dissident und darf sich nun über diese originelle Unterstützung freuen?

Ich will es mal schwer hoffen.

Sonntag, 23. August 2009

Freitag, 21. August 2009

Blindes Huhn

Was für ein schöner Abend! Sonne satt, ausverkaufte Ränge, wunderbare Stimmung.

Würselen ist immer für ein tolles Konzert gut, aber dieses Mal hat es alles geschlagen. Ein perfekter Abend war das. Ein bisschen getrübt durch die weidlich ausgeschlachtete Minigolfgeschichte.

Für alle, die nicht dabei waren und deswegen nicht von Thomas das ganze Konzert über von seinem so unangemessenen wie unangebrachten Siegerstolz behelligt wurden: Wir haben vor dem Konzert noch ein wenig Minigolf gespielt. Leider war nur Zeit für eine halbe Runde; jeder, der sich mit diesem Sport ein bisschen auskennt, weiß, dass die vorderen die anspruchsloseren Bahnen sind, auf denen Geschick noch nicht zählt.

Nun ja, auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, deswegen war bei diesem bescheidenen Spaß echte Könnerschaft nicht gefordert, sondern lediglich das Glück, in diesem speziellen Fall das Anfängerglück. Thomas sei es in jedem Fall gegönnt.

Er hat sonst so wenig, an dem er sich freuen kann.

Sonntag, 16. August 2009

Auf geht's

So, jetzt geht’s wieder los. Der Übergang von Ferien zu Arbeit ist sanft, da wir aus dem Urlaub kommend erst einmal zwei Konzerte auf Juist und Norderney gegeben haben. Ein Unterschied wie Tag und Nacht zwischen den beiden Inseln: der Ort der einen besteht eigentlich nur aus zwei autofreien Sträßchen; eine von unten nach oben und eine von links nach rechts, die andere Insel nennt eine richtige Kleinstadt ihr eigen, komplett mit metropolischen Errungenschaften wie einer Buslinie und Subway. Also nicht U-Bahn, sondern Fastfood.

Klar eigentlich, welche mir da besser gefällt, andererseits wurde das Glück auf Juist durch einen übereifrigen Inselpolizisten getrübt, der mir befahl, auf dem Bürgersteig zu gehen anstatt auf dem Fahrweg. Ich habe wohl die Fahrradfahrer behindert. Dabei gehe ich selbst in Köln auf der Straße.

Das war’s aber auch schon an Unannehmlichkeiten. Dank ausgiebiger Probe vor dem Konzert konnten wir alle alle Choreographien und Texte (na gut, „Choco Latte Chai“ mussten wir abbrechen, weil René sich weder an erste noch zweite Strophe erinnerte, aber das zählt nicht), das Publikum war auch vergnügt, also alles prima.

Und nicht zuletzt die Sonne hat uns geschienen; es war richtiges Strandwetter, und das haben wir ausgiebig genutzt. Die Woche soll’s wohl schön bleiben. Gut!

Am 20. spielen wir in Erfurt. Donnerstag Abend darf’s also wieder regnen.

Montag, 29. Juni 2009

Kieler Woche

Es war zwar noch nicht das allerletzte Konzert, aber nun trotzdem ein gefühlter Abschluss für eine tolle Saison. In Kiel haben wir in der ausverkauften Krusenkoppel vor 2000 Leuten einen wunderschönen Abend gehabt. Viel gesungen, gelacht, Gänsehaut gehabt. So bei „Feuerzeug“, als hunderte Feuerzeuge im gesamten Amphitheater aufleuchteten und das Halbrund in tatsächlich in einen Sternenhimmel verwandelten. Was für ein Anblick.

Und nun geht es in den Urlaub. Noch nicht direkt; ein paar Dinge sind noch zu tun. Aber seit Montag, dem 29.Juni haben wir Konzertpause bis Mitte August, wenn wir unsere zweite Hälfte des Jahres mit zwei Shows auf Juist und Norderney einläuten.
Das heißt, dass auch der Blog ruhen wird – in anderthalb Monaten geht es dann weiter. Ich wünsche euch allen einen schönen Sommer!

Bis am Meer, William

Freitag, 26. Juni 2009

Zurück zum Glück

Wer bei meinen Bali-Erzählungen aufgepasst hat, weiß, dass man bei Reisen von Ost nach West mit der Zeit reist. So einfach ist das. Darum ist der Jetlag auch weniger ausgeprägt, so dass wir einen Tag nach unserem Rückflug von Peking nach Frankfurt bester Dinge und ausgeschlafen im Bus sitzen, Vellmar als Ziel. Wir haben schon viel Geschichten ausgetauscht, denn wir waren nach unserem Konzert in Shenyang alle noch auf eigene Faust unterwegs, und da lässt sich doch einiges erzählen. Ein paar dieser Geschichten werdet ihr bestimmt zu hören bekommen, hier oder vielleicht auch im Journal; Bilder haben wir natürlich auch Unmengen gemacht.

Unser Auftritt in Shenyang war toll, etwa 3000 Chinesen standen vor der Bühne und haben mitgemacht, ob bei „Legalize a cappella“ oder „S.O.S.“. Absolutes Highlight war ganz sicher unser chinesisches Lied. Schon beim Intro erkannten alle, was wir da vorhatten, und brachen in Geschrei aus. Den Text konnten auch alle, so dass kleine Unsicherheiten unsererseits im Chor der Menge untergingen.

Wir haben noch „In Extremo“, der Gruppe nach uns, gelauscht, die eine Hammer-Show boten, und vom Publikum, die Konzerte in solcher Dimesion nicht kannten, frenetisch gefeiert wurden. Danach war alles sehr schnell vorbei – die (angeblich 1000) Polizisten lösten die Veranstaltung ratzfatz auf. Ein paar Fotos haben wir noch mit Fans gemacht. Das war aber insofern nichts besonderes, als dass wir auch sonst fotografiert wurden; in manchen Gegenden Chinas sind westliche Touristen tatsächlich sehr selten. Martin schoss dem Fass natürlich seine Krone ab. Wir konnten froh sein, dass wir ihn wieder mit nach Hause nehmen durften; es hätte uns nicht gewundert, wenn man ihm irgendeinen Tempel gebaut und ihn dabehalten hätte.

Wir sind wahnsinnig froh, dass wir diese Reise machen konnten. Ein ganz großer Dank geht also ans Goethe-Institut, die uns eingeladen und das alles ganz toll veranstaltet haben. Sehr, sehr gern bald wieder!

Samstag, 30. Mai 2009

Bejing, Bejing, wir fahren nach Bejing

Das Goetheinstitut hat uns nach China eingeladen. Am 18.Juni spielen wir bei einem Festival in der nordchinesischen Stadt Shenyang, von der wir vorher noch nichts gehört haben. Hat aber auch nur siebeneinhalb Millionen Einwohner.

Wir studieren gerade nicht nur chinesische Ansagen ein ("Originalpublikum der Wan-Dynastie" etc.), sondern sogar ein populäres dortiges Lied. Es heißt Shen Shen oder Shin Shin oder einfach nur das Chinalied. Das wird alles extrem spannend werden, die Tage davor und danach in Peking und Restchina, aber natürlich auch besonders das Konzert. Aufgeregt sind wir jedenfalls jetzt schon, vor allen Dingen, weil wir noch gar nicht wissen, wovon das Lied handelt. Wir lassen uns überraschen!

Montag, 11. Mai 2009

Basta beim Arzt

Dr. med. Eckart v. Hirschhausen, der erfolgreichste Mediziner seit Robert Koch, hat uns in einem seiner Aufsätze nicht nur zitiert, sondern seinen kompletten Artikel mit diesem Zitat beschlossen. Ist das nicht eine Ehrung und Grund zu Stolz und Freude? Ist es!

Montag, 4. Mai 2009

Popping & Locking

Neulich in Essen bezogen wir Quartier gegenüber einer Tanzschule, die einige Bewegungsarten lehrte, die uns neu waren. Selbst Werner hatte noch nie was von ihnen gehört. Trotzdem erschienen sie uns schlüssig. Was allerdings für uns wenig Sinn machte, war die Reihenfolge, in der die letzten beiden Stile aufgeführt waren.



Unsere Meinung: wenn man das schon lernen will, dann doch zuerst Locking und erst danach Popping. Amateure.

Mittwoch, 29. April 2009

A cappella

Vorgestern haben wir in Essen ohne Mikrofone gesungen, und zwar nicht nur „The longest time“, sondern auch einige andere Lieder, darunter auch ganz neue wie “Cool“ oder „Fleisch“.

Es hatte ab dem ersten Lied immer wieder unvorhersehbar ganz furchtbar laut geknackst und gekracht, und dieser peinigende Lärm war so enorm störend, dass wir uns entschieden, die Technik auszuschalten und unverstärkt weiterzusingen. Das war kein einfaches Unterfangen, weil wir in einem alten, großen Kino auftraten, und so Häuser sind nicht dafür gebaut, eine Konzertsaalakustik zu bieten. Also musste zwangsläufig der Großteil der Dezibel in der üppigen Polsterung des Lichtspielhauses verschwinden.

Das erforderte von uns wie vom Publikum viel Koozentration, und es war sehr spannend, wie das veränderte Hören zu ganz neuen Reaktionen führte. Die Ansagen und Pointen wurden viel genauer wahrgenommen und beklatscht, die Dramaturgie der Lieder wie der Zwischentexte kristallisierte sich deutlich heraus. Eine faszinierende Erfahrung.

Trotzdem natürlich eine, die man nicht unbedingt so schnell wiederholt haben muss. Es ging dann so aus, dass wir die letzten beiden Lieder der ersten Hilfe mit Kabelmikrofon sangen, was zu einigen netten Situationen führte. Die Pause – ein bisschen länger als üblich – nutzte Martin dazu, alles auseinander- und wieder zusammenzubauen, und das tat’s dann. Wir haben jedenfalls was zu erzählen, wenn nicht unseren Enkeln, dann immerhin euch.

Sonntag, 26. April 2009

Gutwurst



Vorgestern war erst Sellerie dran, und das ist ja kein Essensblog hier. Doch man soll die Reste feiern, wie sie fallen, und so einen ekligen Ekel wie heute bekommt man selten geboten. Die fotografierte Wurst mit Weichkäseeinlage war bereits im Originalzustand äußerst unansehnlich, aber was 50 Minuten erstes Set mit ihr gemacht haben, ist noch mal erstaunlicher.

Ansonsten war das aber ein sehr amüsantes Konzert. Thomas hat zwei Ansagen zusammengelegt und dadurch zehn Minuten am Stück geredet, und zwar sich um Kopf und Kragen. Lieblingsstelle (es ging um die Wichtigkeit der, wie er sagt, Pronunzion des Französischen): „Vokabeln sind Schall und Rauch; Aussprache – Eins.“

Noch in der ersten Hälfte haben wir zufällig herausgefunden, dass etwa 80 Prozent, also vier Fünftel, also sehr viele unserer Siegener Konzertgänger vom Dorfe stammen. Jetzt, Zufall oder nicht? Wir haben das noch nie abgefragt, und nun kommt uns der Gedanke, dass die Strategie, uns in Städten zu zeigen, falsch sein könnte. Dass wir eher in Stuckenborstel, Blickstedt und Finnentrop spielen sollten als in den Metropolen dieses Landes.

Dann hätte es auch die Wurst nicht mehr so weit.

Montag, 20. April 2009

Mittwoch, 8. April 2009

Gemüse des Monats

In meiner Rohkosthitliste ganz weit oben: Kohlrabi. Möhren im Mittelfeld, sicheres Schlusslicht: Sellerie.


16h

Es kommt das Problem dazu, dass ich gar nicht weiß, ob es nicht Fenchel ist, den ich meine. Oder ist das dasselbe? Wie ist das mit Lauch und Porree? Sprechen wir da vom selben Gemüse?


18h

Und was umwickelt man mit Schinken, das ist doch Chicorée, nicht wahr? Meiner Meinung nach gibt es wesentlich zu viel bitteres Gemüse; da findet eine zu große Differenzierung statt, die niemand braucht. Sellerie hat jedenfalls keine deutliche USP, das ist klar.


20h

Und während wir mit allabendlicher Freude das Buffet leerräumen, muss die arme Selleriestange liegen bleiben und welken. Weil niemand sie mag, weder ich noch die gierigen Jungs noch der große Martin noch die hungrigen Feuerwehrmänner. Ich habe Mitleid. Sellerie, du bist mein Freund.


22h

Dienstag, 24. März 2009

Gäste und Bastas

Zum Nachschauen: wir haben für euch sieben Fotos von sieben Sendungen ins Netz gestellt.

Nach jeder Show wurde vom WDR ein Bild von uns und unseren Gästen gemacht. Die Erleichterung über die gelungenen Aufzeichnungen ist uns wahrscheinlich von den Gesichtern abzulesen.

Mein Favorit: Das Bild mit Achim Knorr. Das hat doch was, so ein Spätbeatle mit fünf Jungs in schwarzen Anzügen...


Eckart von Hirschhausen



Ingo Appelt, Rolf-Rainer Gecks



Achim Knorr



Alex Burgos & Susanne Pätzold, Birgit Schrowange



Glasblassingquintett






Florian Schröder und Wolfgang Niedecken

Freitag, 20. März 2009

Frühling

Gestern: exakt einen Tag vor kalendarischem Frühlingsbeginn schaue ich aus dem Fenster meines Hotelzimmers und sehe Landshut im Schneesturm versinken. Das ist doch alles kein Zufall mehr, sage ich. Schluss mit der Globalisierung!

Sonntag, 15. März 2009

...und basta 3

Eine Woche ist's erst her, es kommt uns vor wie ein Monat. Ein paar der Fotos, die ich mit meiner miserablen Handykamera geschossen habe, stelle ich ins Netz.

Die ersten beiden Tage mussten sich zwischen 40 und 50 WDR-Mitarbeiter, vor allem die Kameraleute, fünf Namen merken (unsere), um die Order der Regisseurin umsetzen zu können. Deswegen haben wir uns Namensschilder basteln lassen und sie auf unsere Pullover gepappt. Zur Aufzeichnung haben wir sie dann abgenommen.



Die erste Aufzeichnung war die der Weihnachtssendung. Sie war eigentlich am Aufwendigsten, weil wir viele Umzüge hatten und zudem auch noch Umbauten für die „2.Geige“ hinbekommen mussten. Das hat einiges an logistischem Denken gefordert. Nicht grad unsere Stärke, aber wir hatten einen prima Regieassistenten. Dieses Foto hab ich von hinter der Tastatur des Flügels geknipst.



Backstage stand so manches rum. Im Bild Tannenbäume und übrige Sofas. Hier sind wir in den Pausen, die zwischen den Aufzeichnungen waren oder die uns die Gäste ließen, hin und her getigert und sind unsere Texte/Choreographien/Noten durchgegangen.




Die Gäste werden von Staffel zu Staffel hochkarätiger. Am zweiten Tag der Aufzeichnungen waren Eckart v. Hirschhausen und Ingo Appelt gleichzeitig da. Beides sehr angenehme Zeitgenossen, durften wir feststellen. Schon toll, wenn so zwei Promicomedians zur Garderobentür hereinlugen.



Ich war so stolz, dass ich direkt ein Solofoto abgestaubt habe.



Von Tag zu Tag kannten wir uns besser aus. Gegen Ende der Produktion fanden wir sogar raus, wo das Aufnahmeleitungsteam die Süßigkeiten versteckt hielt, die wir bis dato nur rationiert in unseren Einzelgarderoben vorgefunden hatten. Ab da gab es kein Halten mehr.



Ein vorerst letzter Blick hinter die Kulissen: René hat sich für (u.a.) „Choco Latte Chai“ mit viel technischem Geschick einen analogen Teleprompter gebastelt. Hat funktioniert, puh.

Sonntag, 1. März 2009

Return of the Kirschkuchen



Gestern und heute haben wir uns mit Freude und Enthusiasmus in die Arbeit gestürzt. Nicht, dass wir langsam mal ein freies Wochenende gebrauchen könnten. Aber wenn es so heiter und abwechslungsreich zugeht wie die letzten beiden Tage, macht man gern mal Überstunden.

Käpt’n Blaubär kommt wieder, und wir durften zum zweiten Mal diversen Nebenfiguren unsere Stimmen leihen. Andreas hat mit Verve den singenden Schweinskopf gegeben, René den Camembert und Werner den Kirschkuchen. Ich selber durfte mich als singendes Huhn einbringen.

Diesmal gab’s auch eine umfangreichere Rolle zu stemmen: als sächselndes Häschen singe ich gleich drei Songs mit. Das ist aber noch nichts gegen Thomas – der gibt ein Frettchen, den blinden Maulwurf und brilliert darüber hinaus noch in einer Doppelrolle als Hein Blöd und Pizzawolf.

Nachdem wir es letztes Mal leider nicht geschafft haben, uns in der Kulisse des Musicals zu verewigen, werden wir das jetzt bestimmt hinbekommen. Die Fotos dann hier. Und im September wird das Musical dann ausgestrahlt.

Dienstag, 24. Februar 2009

Doch, nach unten

In Ermangelung aktueller und gleichzeitig cooler Erlebnisse mit meiner Gesangsgruppe stelle ich eine kleine unspektakuläre Geschichte aus der Türkei ins Netz. Erwartet nicht zu viel. Rechnet vor allem nicht mit angepassten Zeitformen, ich habe meinen Bericht eins zu eins gepastet und gecopyt. Also aufgepasst, heute ist gestern, nicht heute. Jetzt aber die Geschichte:

Scham ist eine der unangenehmer zu erlebenden Emotionen. Aber manchmal ist es nur halb so schlimm und eher komisch als entsetzlich. Ich fuhr heute im Fahrstuhl in die Lobby, die sich im Erdgeschoss befindet, das mit „1“ gekennzeichnet ist. Aus Gewohnheit drückte ich aber im Lift zuerst auf den Knopf unter der 1, den (einzigen) Buchstaben, „B“. Das bedeutet Basement und meint den Keller, aber daran hat sich mein Stammhirn noch nicht gewöhnt. Ich verbessere also rechtzeitig meine Wahl und steige im Erdgeschoss aus. Ein Mann kommt mir entgegen und steigt ein, wir begrüßen uns. Ich hole wie geplant in der Lobby mein Telefon, das ich dort liegen gelassen habe und kehre zum Fahrstuhl zurück. Ich drücke die Ruftaste, die Tür geht auf und drin steht immer noch der Mann von eben. Ich wunder mich, steige ein und frage arglos: „Noch nicht gefahren?“ Der Mann guckt mich streng an und sagt säuerlich: „Doch, nach unten.“

Eigentlich ist das schon die Pointe. Wer die Lösung nachlesen will - im folgenden Absatz.


Ich hab dann nichts gesagt. Bin kurz die Beweislage durchgegangen und zu dem Schluss gekommen, dass sie gegen mich spricht: der B-Knopf hat geleuchtet, als der Mann zu seinem Ärger die Abwärtsbewegung des Fahrstuhls registrierte – wer anders als ich soll die Taste gedrückt haben. Und dann meine unverschämte Frage! Da hab ich mich ein bisschen geschämt, aber wirklich nur ein bisschen.

Jetzt kann man natürlich sagen: was regt der Mann sich so auf, soll er doch die paar Stufen zu Fuß gehen. Einerseits richtig, andererseits sind hier alle Gäste außer uns Golfer, und die sind es nicht mehr gewohnt zu laufen, die werden gefahren.

So viel Spaß für so wenig Geld.

Samstag, 14. Februar 2009

Güle Güle

Wir haben euch nicht vergessen. Ihr könnt euch nur nicht vorstellen, wie unglaublich langsam das Internet war. Es hat schlicht und einfach nicht funktioniert, Bilder oder gar Videos hochzuladen. Deswegen gibt es hier eine klitzekleine Nacherzählung mit Bildern.

Wir haben alles mögliche Wetter gehabt. Los ging’s mit Regen, Regen, Regen.



Aber das kann das Meer ja ganz gut: einem zeigen, dass es ihm egal ist und einem selbst Ähnliches vorschlagen. Deswegen führte uns unser erster Gang noch vor dem Frühstück auch an den Strand.







Fürs Arbeiten war das miese Wetter natürlich sowieso nicht von Nachteil. Und auch die anderen Bedingungen stimmten: Drei von uns wohnten in der „Präsidentensuite“, die gigantische Ausmaße hatte und uns erlaubte, drinnen wie draußen sehr konzentriert und trotzdem in gemütlicher Umgebung zu arbeiten.



Die Dachterrasse bot wunderschöne Ausblicke. Am ersten Tag weniger, dafür an den kommenden. Denn schon am zweiten Tag war der Himmel komplett aufgeklart; es wurde so warm, dass wir im T-Shirt (zeitweise auch ohne) draußen sitzen konnten.







Das Meer wurde hingegen immer wilder. Was Thomas und mich nicht davon abhielt, mal dahin zu pilgern und ein bisschen zu plantschen.



Mit wohligem Grusel haben wir die Nachrichten von den Schneestürmen, die über Deutschland tobten, gehörten. Deren Ausläufer erreichten uns dann aber auch am dritten Tag. Es windete ordentlich, blieb aber mild, so dass wir unsere Winterjacken weiterhin im Schrank lassen konnten.



Gearbeitet haben wir übrigens auch, aber wer will davon schon Fotos sehen. Ergebnisse bald in eurem Fernseher.

Sonntag, 8. Februar 2009

Türkiye!

Wir spielen gerade den Spielberg-Film "Terminal" nach. Die ersten zwei Stunden haben wir schon hinter uns, eben erreichte uns die Nachricht, dass sich der Abflug um weitere zwei Stunden verzögert. 9.50 wären wir eigentlich in der Luft gewesen, jetzt wird es mindestens 13.20 werden.

Ist aber nicht so schlimm, wir amüsieren uns prächtig und hauen den Entschädigungsgutschein unserer Airline auf den Kopf. 7,50 haben wir bekommen, dafür kriegt man hier auf dem Flughafen schon einen halben Orangensaft.



Aber heute wollten wir eh noch nix tun, sondern nur ankommen, mal ans Meer runter und so. Das wird ja in jedem Fall klappen.

Ach ja: in der Türkei regnet es übrigens.

Montag, 2. Februar 2009

Zwischenfall in Mannheim

Wir haben Wuppertal noch getoppt, weil ich mitten im ersten Song die Bühne verlassen musste. Das war noch nie da.
Direkt mal die Entwarnung - es ist nichts Schlimmes passiert. Sondern Folgendes:

Ich hatte mich mit Fieber nicht nur auf die Bühne gestellt, sondern auch gemeint, trotz sehr wackliger Knie und leichter Übelkeit die gewohnte Show machen zu können. Das war keine gute Idee und hat ganz und gar nicht funktioniert, also habe ich mich in der zweiten Strophe des ersten Lieds ohne anständige Verabschiedung Richtung Backstage davon gemacht, um dort kurz meine Beine hochzulegen und meinen Kreislauf zurückzubitten. Das war schon eine bessere Idee.

Wir haben ein Viertelstündchen Bedenkpause gemacht und uns dann dazu entschieden, das Konzert in modifizierter Form fortzusetzen. Ich habe die meiste Zeit der Show auf einem sehr gemütlichen Barhocker gesessen, von dort aus gesungen und den Jungs ein bisschen beim Tanzen zugeschaut. Auch mal schön. Die gemächlicheren Sachen habe ich mitgemacht, Lieder wie „Sonne und Regen“ und auch „Bratislava Lover“. „Blutwurst“ und ähnlich Bewegungsintensives habe ich mir hingegen gespart, nachdem ich meinen ersten freistehenden Versuch bei „Meine neue Freundin“ aufgeben musste und mir aus Sicherheitsgründen nach dem ersten Refrain doch mal einen Hocker geschnappt habe.

Jetzt haben wir zum Glück erstmal Pause – heute noch „Spielerfrauen“ fürs TV, aber das krieg ich wohl noch hin. Vermute ich. Spannend wird’s allemal - ihr seht es dann ja im Fernsehen!

Freitag, 30. Januar 2009

Zwischenfall in Wuppertal

Heute spektakulärer Zwischenfall bei Merci: Andreas setzt zu seinen letzten tiefen Tönen an, das Schlusscrescendo führt uns zum dreifachen fortissimo, da macht es krachbumm und das Licht ist aus.

Unser Bass hat wie Oskar Matzerath das Glas der Birnen kaputtgesungen, vermuten wir (klar, weil er nicht NOCH größer werden will, ein Glück), oder vielleicht war auch irgendwie der Fürst der Finsternis im Spiel. Es roch ein bisschen danach, nach Schmorkram, Schwefel oder was. Wer will das schon wissen.

Der Rest der Vorstellung lief dann mit Notlicht weiter. Wir haben Andreas gebeten, sich zurückzuhalten, und siehe da: es ging.

Freitag, 16. Januar 2009

Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin

Wer moderiert derzeit eigentlich „Verstehen Sie Spaß“? Nur, damit ich weiß, auf wen ich achten muss, also welcher Moderator sich hinter einem Bart, einer Zeitung, einer Schiebetür verstecken mag.

Das ZDF dreht nämlich gerade den größtangelegten Streich in der Geschichte seiner Erfolgssendung (damals noch mit Max Schautzer, oder war das Kurt Felix?) in den Bordrestaurants von GermainRail alias Deutsche Bahn, und da will ich eine gute Figur machen, sollte der Scherz gerade heute aufgelöst werden.

Die Grundidee ist witzig: auf der Speisekarte stehen vollmundig gepriesene Kaffeespezialitäten. Wenn man die bestellt, erfährt man aber, dass die Kaffeemaschine grad kaputt ist. Das ist wirklich komisch, vor allem beim xten Mal. Der Streich läuft jetzt schon zwei Monate in ALLEN ICEs der deutschen Bahn, ich selbst durfte ihm jetzt zum dritten Mal in Folge zum Opfer fallen. Hihi.
Man kann sich natürlich vorstellen, dass bei den Produktionskosten, die ein solches Unterfangen verschlingt, die Anhebung der Fahrpreise nicht lange auf sich warten lassen konnte.

Aber toll ist das Bahnfahren, da bleib ich dabei. Alleine, zu wissen, wie viele der Idioten, die die ganze Zeit im Ruhewagen in ihr Mobiltelefon geröhrt haben (ICH BIN GRAD IN BIELEFELD. HALLO? IN BIELEFELD!), man nie mehr wieder sehen wird. Das Leben ist schön.

Dienstag, 13. Januar 2009

Ü 30 Treff, Bünde

René und ich haben versucht, ein sehr trostloses Foto zu machen.

Montag, 5. Januar 2009

In Ostwestfalen

Wir touren im Moment durch Ostwestfalen. Da wir mit Basta nicht die Hauptrolle bei den Konzerten spielen, hatten wir das ursprünglich nicht auf unsere Terminseite gesetzt. Jetzt sind wir aber so begeistert, dass unbedingt berichtet werden muss. Die Stücke, die wir spielen, sind bis auf Rimsky-Korsakows "Hummelflug" von anderen Konzerten bekannt: Carmen-Ouvertüre, Die zweite Geige, Ungarischer Tanz, Wir wollten doch nur Freunde sein. Aber die Nordwestdeutsche Philharmonie (unter der Leitung von Heinz Walter Florin) spielt so toll auf und hat so wunderbar beschwingte Stücke im Repertoire, dass sich allein dafür das Kommen lohnt.

Und das will was heißen, denn Ostwestfalen ist weit weg und liegt unter einer dichten Schneedecke, die (wenn mich nicht alles täuscht) noch bis tief in den April hinein liegen bleiben wird.



Wirklich: mit einem so wunderbar klingenden Orchester durften wir bisher noch nicht zusammen auftreten; wir alle freuen uns sehr auf die verbleibenden vier Konzerte, weil wir so gerne zuhören, wenn wir grad pausieren. Lasst euch das nicht entgehen.

Beste Grüße und FNJ, William